hmdw - gegen eine Schließung des Wohnheimes -> 1. Brief vom 15.05.2008
ÖFFNUNGSZEITEN BÜRO

 

 


 

 

 

An das Rektorat der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Betreff: Schließung des Studierendenwohnheims Klang & Räume in der Johannesgasse 8

Sehr geehrte Damen und Herren,

die HochschülerInnenschaft spricht sich deutlich gegen eine Schließung des Studierendenwohnheimes Johannesgasse 8 aus, ohne den betroffenen jegliche Alternativen anzubieten.

Wir fassen zusammen:
Das Wohnheim sollte zunächst nur zur Generaladaptierung vorübergehend geschlossen werden. Diese Schließung wurde damit zum Anlass genommen über evtl. strukturelle Änderungen im Zuge dieser Maßnahmen zu diskutieren (keine Mehrbettzimmer, Wohngemeinschaften etc.). Da die Erhaltung des Vereinsbetriebes über ein Jahr ohne Wohnheimbetrieb nicht machbar erschien, wurde beschlossen, den Verein zu beenden und die Wohnheimleitung nach dem Umbau evtl. auf eine/n externe/n Heimträger/in (z.B. ÖJAB) auszulagern. In Gesprächen mit diesen stellte sich (laut Bericht des Rektorates in der Senatssitzung am 23.1.2008) heraus, dass trotz Auslagerung die Universität einen gewissen Eigenanteil an der Miete zu zahlen hätte, den sie scheinbar budgetär nicht decken könnte. Als direkte Konsequenz daraus wurde somit die komplette Johannesgasse 8 wieder an die BIG übergeben. Ein Studierendenheim in der Johannesgasse 8 würde somit nicht mehr bestehen und auch eine Generaladaptierung des Gebäudes sei von Seiten der Universität nicht mehr geplant.

In diesem Verlauf der Geschehnisse sind mehrere Punkte in unseren Augen unschlüssig:
Welchen Anteil der Miete musste die Universität für die Johannesgasse 8 bis jetzt zahlen, so dass die vom ÖJAB genannte Summe nicht mehr tragbar wäre?
Wäre nicht auch ein gewisser Posten für das Wohnheim im Universitätsbudget einkalkuliert worden, wenn keine Generaladaptierung anstünde?

Die von der Universitätsleitung genannten Gründe zur Schließung des Wohnheims haben keinen direkten Bezug zu der Problematik der Generaladaptierung an sich, sondern entstehen lediglich aus der Idee, die Wohnheimleitung anstatt des bisherigen Vereines einer/m externen Träger/in zu übergeben. Wenn dieses Vorhaben oder auch eine Modernisierung des Wohnheims finanziell nicht tragbar wäre, so müsste es dennoch möglich sein, den Wohnheimbetrieb nach einer Generaladaptierung in bisheriger Form durch einen Verein weiterzuführen. Die Schlussfolgerung, dass das Wohnheim nun geschlossen wird und das Gebäude einfach an die BIG zurückgegeben wird, ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar.

Wir fordern die Universitätsleitung dringend auf, die Möglichkeiten zur Weiterführung eines Studierendenwohnheimes durch die Universität erneut gründlich zu prüfen und zu diskutieren. Sollte der Weiterbestand in keinem Falle möglich sein, so fordern wir eine eindeutig schlüssige Erklärung der Tatsachen.
Auch wenn laut UG 02 die Führung eines Studierendenwohnheimes nicht in den offiziellen Aufgabenbereich einer Universität gehört, so würde die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien durch die Schließung des Wohnheimes vielen (insbesondere ausländischen und finanziell schwächeren) Studierenden erhebliche Schwierigkeiten im Studium bereiten und langfristig sich selbst qualitativ schaden.

Mit freundlichen Grüßen,

Wien, den 15.05.2008

Elisabeth Vock , Vorsitz
Lam Tran Dinh , 1. stv. Vorsitz
Regina Bösch   , 2. stv. Vorsitz


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